Dienstag, 13. März 2012
Von Tallahässlich nach


Nach der enttäuschenden Hauptstadt des Sunshine-States sind wir am 10.03. weiter nach Mobile, Alabama gefahren.
Mobile ist entgegen der Ankündigungen in unseren Reiseführern eine kleine Perle.
Schon bei der Fahrt in die Stadt haben wir wieder viele schöne Antebellum-Häuser gesehen



und auch Downtown ist ein gut erhaltener hitoric district







mit einer riesigen Kathedrale, die wir leider nicht von innen besichtigen konnten,



dem ersten Wolkenkratzer in Amerikas Süden,



dem 1927 erbauten Saenger-Theater



und vielen für mardi gras geschmückten Bäumen



Mardis gras (das Faschingsfest in den Südstaaten) ist übrigens in Mobile zuerst gefeiert worden. Etwas umfangreichere aber auch ein wenig konzeptionslose Erläuterungen hierzu gibt es bei Wikipedia.

An die historische Altstadt schließt sich das Hafenviertel an. Der Übergang vom historic district zur Moderne des convention center am Hafen ist ganz gut gelungen:



Allerdings darf man auch trotz aller touristischen Blickfänge hier die Augen nicht vor der auch vorhandenen armen Realität verschließen. Zwischen den Antebellum-Häusern und der hübschen Innenstadt ist ein Viertel, das sehr arm scheint und - so wie wir es wahrgenommen haben - wesentlich von Afro-Amerikanern bewohnt wird.







Alex wollte dann noch in den Battleship-Park.



Hauptattraktion dieses Parks ist die USS Alabama, die im 2. Weltkrieg eingesetzt worden ist.



Hier kann man viele Kriegsgeräte, wie Flugzeuge, Schiffe, U-Boote usw. besichtigen.
Allerdings dient dieser Park nicht der Verherrlichung der amerikanischen Kriegskunst, sondern setzt sich durchaus kritisch damit auseinander.



Eine kleine Anekdote am Rande. Wir wollten Alex in dem Park absetzen. Am Eingang befand sich eine Schranke und ein kleines Häuschen. Davor ein Schild mit der Aufschrift: "Park Fee 2 $". Wir sind vorgefahren und Ralf hat erklärt, dass er nur Alex absetzen will und gar nicht beabsichtige zu parken. Die ältere Dame im Häuschen versuchte freundlich zu erklären, dass sich um eine "Park Fee" handelte. Ralf sagte daraufhin zu ihr, dass er hinter dem Häuschen einen U-Turn machen würde und lediglich Alex absetzen würde, um den Parkplatz nicht zu nutzen. Wie gesagt, so geschehen...und Alex hat sich 2 $ Park Fee erspart, weil Ralf in der Schule nicht aufgepasst hat, als der Unterschied zwischen Park und Parking erklärt wurde ;-)

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Auf in die Hauptstadt Floridas
Am 09.03. haben wir uns von Inverness (middle of nowhere sic!) auf den Weg nach Tallahassee gemacht. Der Weg dorthin war 3 Stunden lang von folgendem Bild geprägt:



Wenn mal ein Gebäude am Wegesrand auftauchte, sah es entweder so aus:



oder so



manchmal auch so:



zur Abwechslung kam eine Kirche:



oder eine Kirche



oder eine Kirche



Ganz selten sah man auch eine Farm, die auf Wohlstand schließen ließ.



Hier leben die Menschen, denen Barack Obama - weit weg in Washington DC - vorschreiben will, wofür sie ihr Geld auszugeben haben.



Hier in Zentralflorida wählt niemand Obama oder Romney. Stattdessen:



Wir haben uns gefreut, als wir endlich Tallahassee erreicht haben.



Endlich wieder eine große - laut Reiseführer vielversprechende - Stadt. Als wir dann in Downtown ankamen, waren wir nicht nur vom Wetter enttäuscht. So grau und belanglos wie der Himmel ist auch die Stadt.



Nichts, worüber es sich zu berichten lohnt. Lediglich über den Supreme Court von Florida, der mit seinem Urteil Al Gore statt George W. Bush zum Präsidenten gemacht hätte



und - einziger Lichtblick - über die schöne Anlage der Florida State University, die ein wenig an Harvard erinnert.



Gerettet hat uns Steffi, die zufällig etwas über den kleinen Ort Havana gelesen hat.



Dieses Kleinod - 10 km von Tallahassee entfernt - ist Floridas Antiquitätenhauptstadt. Eine kleine Downtown mit unzählbaren wunderbaren Läden. Hier fanden wir hochwertige, extrem schöne und sehr günstige Möbel, Musikinstrumente, Spielzeuge, Bilder usw.



Glücklicherweise haben uns die Frachtkosten nach Deutschland vor einem Kaufrausch bewahrt.

Das Umland von Tallahassee ist auch unzweifelhaft:



Hier sitzt man entweder auf einem kleinen John Deere



auf einem großen John Deere



oder man liegt drunter, um bald wieder draufsitzen zu können



Wenn in anderen Gegenden Floridas Schilder besonders Kinder und Schildkröten schützen, ist die erhaltenswerte Spezies hier offensichtlich der John-Deere-Redneck

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