Donnerstag, 22. März 2012
Die nächste Station
Am 16. März sind wir dann von Natchez nach Vickburg gefahren. Wir hatten zunächst überlegt die Überschrift: "Mit Bigbird nach Vicksburg" zu wählen,



haben uns dann aber aufgrund der unbedingten Seriosität dieses Blogs dagegen entschieden.

Auf dem Weg nach Vicksburg haben wir eine Plantation, die Rosswood Plantation, besucht.



Diese schöne Anlage



gehörte einem Baumwollproduzenten, der offensichtlich ein gutes Verhältnis zu seinen Sklaven hatte und einige von diesen - wie Originalbriefe aus Afrika zeigen - bereits vor dem Bürgerkrieg in die Freiheit entlassen hat.

Der heutige Eigentümer, WW-II-Veteran Walt hat uns durch dieses Universalmuseum geführt.



Er hat uns die Unterkünfte der Familie und die Unterkünfte der Sklaven gezeigt,



von denen einige im Keller des Hauses gelebt haben.

Viele Originalstücke aus dem frühen 19. Jahrhundert hat Walt während der Renovierungsarbeiten gefunden und zeigt sie gerne seinen Gästen:



Heute ist die Plantation eine romantische Bed and Breakfast Unterkunft



Unsere Tour ging weiter nach Grand Gulf, laut Reiseführer einem verschlafenem Fischerdorf mit überwachsenen Überresten weit vergangener Tage.
Gefunden haben wir allerdings ersteinmal nur Kudzu,



eine chinesische Efeu-Art, die importiert worden ist, um die Erosionen zu stoppen.
Und wir haben überwachsene Überreste aus noch nicht so weiter Vergangenheit gefunden:



Tatsächlich gab es auch einige Häuser zu sehen, aber besonders beeindruckend war dies nicht.



Überrascht waren wir von der Bauart der Trailersiedlungen in dem Ort



Wir haben herausgefunden, dass der Mississippi, der so friedlich dahinfließt





durchaus gefährliche Höhen erreichen kann



Dann hatten wir endlich Vicksburg erreicht.



Mandy hat hier eine wirklich besondere Unterkunft in einem alten Mansion gefunden.





Lidia hat sich sofort mit "Elsie", der Haushündin angefreundet.



Das Haus wurde im 18. Jahrhundert von einem deutsch-stämmigen Unternehmer als Hochzeitsgeschenk für seine Tochter gebaut. Es hat mithin eine lange Geschichte,



die uns die heutige Eigentümerin in allen Facetten erzählt hat.
Wir konnten direkt von der Terrasse aus den schönen Sonnenuntergang genießen,



absoluter Höhepunkt aber war das Frühstück



Die Stadt selber war eher langweilig. Aus unserer Sicht eine sterbende Stadt,









die nur noch von den Casinos und ihrer großen Vergangenheit lebt.

Die große Vergangenheit wir in einem immens großen Park dargestellt:



Vicksburg am Mississippi war für General Grant das wichtigste Kriegsziel. Würde man Vicksburg einnehmen, ist der Süden in zwei Teile gespalten und man würde die Kontrolle über den Mississippi, die Lebensader des Südens erlangen. Über den Fluss hatten die Konförderierten ihren Nachschub und ihre Handelswaren transportiert. Deswegen wurde Vicksburg sechs Wochen belagert und ist dann gefallen.
Die gesamten Belagerungs- und Verteidigungsanlagen nebst aller möglicher Militärtaktiken während der Belagerung sind in dem 16 Miles langen Park mit blauen und roten Schildern nachgestellt.





Auf diese Art und Weise ist man mittendrin und kann sich vorstellen, wie nah sich die Truppen standen und wie erbittert gekämpft worden ist.
Anhand der ausgestellten Waffen war schnell ersichtlich, dass der Süden eigentlich nie eine Chance hatte, diesen Krieg zu gewinnen. Der Norden war hoffnungslos an Material überlegen:





Daraus wird erklärlich, dass an jeder Stelle, in der der Süden einmal eine Schlacht gewonnen oder einen Angriff abgewehrt hat, dieses als grandioser Triumph gefeiert und dargestellt wird.
Jede Einheit hat hier ihr eigenes Memorial



Dennoch wird auch gut deutlich gemacht, dass Krieg immer nur eines bedeutet:



Viele Menschen lassen ihr Leben und enden vorzeitig hier:



Eine kleine Anekdote am Rande:

In Vicksburg sieht man Männer von gestern



und Männer von heute



Den Wandel haben die Einwohner verstanden und ihre Toilettenschilder entsprechend angepasst:

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